Historie, Prinzipien, Relevanz

Die Wurzeln agiler Entwicklung reichen zurück in den Anfang der 80er Jahre. Das Spannende daran ist: Agile Prinzipien wurden zuerst in der Entwicklung physischer Produkte angewendet. Erst später wurden sie von der Softwareentwicklung aufgegriffen.

Der Rugby-Approach

Die Entwicklung agiler Methoden geht zurück auf die Veröffentlichung „The New Product Development Game“ von Hirotaka Takeuchi und Ikujiro Nonaka im Harvard Business Review in 1986. Beide hatten sechs Produktentwicklungsprojekte untersucht und dabei die Überlegenheit des von Ihnen bezeichneten „Rugby-Approach“ über den traditionellen Wasserfall-Ansatz herausgearbeitet. Interessanterweise hatten diese Projekte alle komplexe mechatronische Produkte – vom Kopiergerät bis zum Stadtfahrzeug – zum Gegenstand.

Damals wurden sechs Erfolgsfaktoren identifiziert:

  • Inhärente Instabilität
  • Selbstorganisierende Projektteams
  • Überlappende Entwicklungsphasen
  • Multilernen
  • Dezente Kontrolle
  • Organisationales Übertragen des Gelernten

Das agile Manifest

Agile Entwicklungsmethoden gehen also auf erfolgreiche Hardware-Projekte zurück, wurden aber Mitte der 1990er Jahre in der Softwareentwicklung entscheidend weiterentwickelt. 2001 trafen sich 17 Softwareentwickler in Snowbird, Utah und drückten ihre gemeinsamen Ideen und Vorgehensweisen im agilen Manifest aus. Diese vier Grundsätze bilden auch heute noch das Fundament agiler Vorgehensweisen und lassen sich auf Hardware- und Softwareentwicklung gleichermaßen anwenden:

  • individuals and interactions over processes and tools
  • working software over comprehensive documentation
  • customer collaboration over contract negotiaton
  • responding to change over following a plan

© 2001, the Agile Manifesto authors

12 agile Prinzipien

Weiter ausformuliert wurde das agile Manifest mit 12 Prinzipien. Nachzulesen unter: https://www.agilealliance.org/agile101/12-principles-behind-the-agile-manifesto/

Empirische Prozesskontrolle

Agile Entwicklungsmethoden eignen sich für komplexe Geschäftsfelder und Projekte besser als klassische Wasserfallprozesse und Projektmanagement-Methoden. Komplexe Geschäftsfelder und Projekte sind durch eine hohe Unsicherheit hinsichtlich ihrer Markt- und Kundenanforderungen und der technologischen Lösungen gekennzeichnet. Unter diesen Umständen ist eine empirische Prozesskontrolle der definierten Prozesskontrolle überlegen. Durch eine schnelle Abfolge des Regelkreises: Transparenz erzeugen, Entwicklungsergebnisse inspizieren und Lösungen adaptieren kann Kundenfeedback zum momentanen Entwicklungsstand eingeholt und technische Machbarkeit abgesichert werden.So kann schnell auf sich ändernde Kundenbedürfnisse reagiert werden wird Unsicherheit kontinuierlich abgebaut und ein marktgerechtes Entwicklungsergebnis bei gleichzeitig hoher Entwicklungsqualität erreicht.

Agile Prinzipien gehen zurück auf erfolgreiche Hardware-Projekte
  • In den 80er-Jahren wurden von Hirotaka Takeuchi und Ikujiro Nonaka sechs erfolgreiche komplexe mechatronische Entwicklungsprojekte untersucht.
  • Dabei wurden sechs Erfolgsfaktoren identifiziert, die heute noch die Grundlage agiler Entwicklung sind.
  • Später wurden agile Methoden in der Softwareentwicklung angewendet.
  • Das agile Manifest beschreibt vier Grundsätze agiler Entwicklung aus denen 12 Prinzipien abgeleitet wurden.
  • Die empirische Prozesskontrolle ist der definierten Prozesskontrolle bei komplexen Geschäftsfeldern und Projekten überlegen.
  • Das Ziel agiler Arbeitsweisen ist die wertorientierte, regelmäßige, zuverlässige und fehlerfreie Lieferung von Produktinkrementen.